Katholische Kirche Weihnachten
Die drei Messen des Weihnachtsfestes kannte bereits Gregor der Große. Anfangs kannten die Titelkirchen Roms nur zwei Messen. Die Vigil und den Festgottesdienst am Tag danach. Das Capitulare lectionum aus der Mitte des 6. Jahrhundert enthielt schon bei allen drei Weihnachtsmessen die klassische Abfolge der Lesungen aus dem AT, aus den Paulusbriefen und das Evangelium. Bis zum 18. Jahrhundert wurde diese Ordnung durchgeführt. Die Älteste unter ihnen ist die Festmesse des Tages. Sie wird bereits von Pabst Coelestin I. und von Ambrosius zu Beginn des 5. Jahrhunderts erwähnt. Die Stationskirche war St. Peter im Vatikan. Die Mitternachtsmesse, die wohl aus Jerusalem übernommen wurde, war die zweite Messe. Ihre Stationskirche war die Marienbasilika auf dem Esquilin, wohin im 11. Jahrhundert auf die Tagesmesse verlegt wurde. Sie beherbergte in der Krypta eine Nachbildung der Geburtsgrotte. Die dritte selbständige Messe kam im Morgengrauen in der byantinischen Hofkirche Santa Anastasia auf dem Palatin hinzu. .Am 25. Dezember wurde dort das Fest der Titelheiligen Anastasia von Sirmia gefeiert.
Es gab also drei Messen mit unterschiedlichen Messformularen, die am selben Tag gefeiert wurden. Die Weihnachtsliturgie kam als Ganzes in den gallisch-fränkischen Norden, wo Sie Karl der Große für verbindlich erklärte. Im 11. Jahrhundert wurden erstmals Weihnachtsspiele aufgeführt und sogar eine Krippe mit lebenden Tieren aufgestellt. Durch Kaiser Joseph II. wurden die Krippenspiele im Gottesdienst verboten und wurden dadurch zum Brauchtum in den häuslichen Bereichen. Die Liturgiereform Paul VI. hat am Wesentlichen an der Messliturgie festgehalten. Noch heute steht die unromantische klare dogmatische Aussage zur Gottheit Christi aus der Entstehungszeit im Vordergrund. Mit der ersten Vesper von Christi Geburt beginnt heut die Weihnachtszeit am späten Nachmittag des 24. Dezembers.
Evangelische Kirche Weihnachten
Die liturgischen Texte der deutschen evangelischen Kirche bestehen aus dem Weissagungen des Alten Testaments, sowie der Geschichte der Geburt des Lukasevangeliums. Damit ein nächtliches Unfug-Treiben vermieden werden konnte, legte man die Christmette in die frühen Morgenstunden des Festtages. Im 18. Jahrhundert wurden die nächtlichen Messen unterbunden, aber heutzutage gibt es wieder immer mehr Gemeinden, die den Nachtgottesdienst durchführen. Das evangelische Weihnachtsfest feiert man auch noch am zweiten Weihnachtstag. Reformierte Kirchen lehnen das Weihnachtsfest durchweg ab, es gibt deshalb auch keine liturgischen Besonderheiten.
Feiern Orthodoxe Weihnachten?
Orthodoxe feiern Weihnachten am 6. Januar. Der erste Weihnachtsfeiertag ist bei Ihnen am 7. Januar. Sie feiern die Geburt Christi an einem anderen Tag als wir, weil Ihre Zeitrechnung nach dem julianischen Kalender geht, während wir uns nach dem gregorianischen Kalender richten.